Fritz Storim ist zurück: Studiengang ‚Informatik‘ gibt kritischem Denken an der Uni wieder einen Raum

Pressemitteilung vom 10. Oktober 2014

Pünktlich zu Semesterbeginn gibt es eine erfreuliche Nachricht für alle Studierenden, die einen Blick über den Tellerrand des wissenschaftlichen Mainstreams werfen wollen. Im Seminar von Fritz Storim können Studierende verschiedener Fachrichtungen sich zu aktuellen politischen Themen weiterbilden. Nachdem die Politikwissenschaft Storim den Lehrauftrag entzog, gab es Protest. Nun wird das Seminar unter dem Dach der ‚Informatik‘ wieder angeboten und ist für alle Interessierten offen.

In Storims Seminaren analysieren Studierende nicht nur den Ist-Zustand, sondern gehen gemeinsam der Frage nach, wie Gesellschaft verändert werden kann. Waren solche Angebote an der Uni Bremen einst selbstverständlich, wollte das Institut für Politikwissenschaft Fritz Storim zu diesem Semester unbedingt loswerden und verweigerte ihm die Verlängerung seines Lehrauftrags, den er seit 1992 unentgeltlich ausübt.

Dazu erklärt Miriam Strunge, hochschulpolitische Sprecherin der LINKEN. Bremen: „Es ist ein Armutszeugnis, dass ein Seminar, das die herrschenden Verhältnisse ernsthaft in Frage stellt, gestrichen werden sollte. Es passt wohl nicht ins Profil der Exzellenzinitiative. Wir brauchen aber gerade mehr kritische Seminare und nicht weniger, sonst kann der umfassende Bildungsanspruch einer Universität nicht gewährleistet werden.“

Miriam Strunge weiter: „Ich bin sehr froh darüber, dass die Informatik offen ist für Wissenschaft außerhalb des Mainstreams und keine Angst hat vor Kapitalismuskritik. Ich hoffe, dass Storims Seminar durch den Protest noch bekannter geworden ist und jetzt noch mehr Studierende die Lehrveranstaltung wahrnehmen. Denn hier können Studierende eigenverantwortlich das Seminar mitgestalten und gesellschaftlich relevante Fragestellungen diskutieren.“

Das Seminar „(Neue) Technologien, Menschenbild und Ethik vor dem Hintergrund der Liberalisierungs- und Globalisierungsoffensive“ wird ab dem 16. Oktober immer donnerstags von 18 bis 20 Uhr im MZH 1090 der Uni Bremen angeboten.

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