Eröffnung der Jugendberufsagentur Bremen-Mitte: Sanktionen sind Mist – Wir brauchen keine Jugend-Jobcenter!

FB_IMG_1430980011665  Heute Vormittag wurde mit viel politischer Prominenz die neue Jugendberufsagentur beim Jobcenter Bremen-Mitte eröffnet. DIE LINKE protestierte mit Boden-Transparent, Flugblättern, Pappmaché-Kuh und symbolischem Misteimer unter dem Motto ‚Keine Jugend-Jobcenter – Sanktionen sind Mist‘.

„Die Jugendberufsagenturen werden keine neuen Ausbildungsplätze schaffen, aber die Zahl der Sanktionen gegenüber Jugendlichen erhöhen“, so Doris Achelwilm und Christoph Spehr, LandessprecherInnen DIE LINKE. Bremen. „Der Senat hat gerade in einer Vorlage für die Arbeitsdeputation ganz offenherzig erklärt: Eine höhere Zahl von ‚Kontakten‘ seitens des Jobcenters führt automatisch zu mehr ‚Meldeversäumnissen‘ und mehr Sanktionen. Man kann also davon ausgehen, dass die ohnehin schon überdurchschnittlich hohen Sanktionen gegenüber Jugendlichen durch die JBAen noch steigen werden. Es gibt nichts zu feiern!“ 

Spehr und Achelwilm weiter: „Wir sind gespannt, wie der Senat in der nächsten Legislatur den Erfolg der Jugendberufsagenturen messen und ‚verkaufen‘ will. Für das zurückliegende Jahr 2014 konnte oder wollte er jedenfalls keine Daten zum Verbleib der SchulabgängerInnen liefern. Auch die Zahl derer, die von den Jobcentern nicht als BewerberInnen geführt werden, sondern von vorneherein als ‚nicht ausbildungsreif‘ statistisch unsichtbar gemacht werden, war für 2014 nicht herauszubekommen. Was wir wissen: Die Zahl der betrieblichen Ausbildungsplätze im Land Bremen ist erneut um 202 gefallen. Aber den Druck bekommen nicht Betriebe, die nicht ausbilden, sondern Jugendliche, die perspektivlose Jobs um jeden Preis annehmen sollen.“

FB_IMG_1430980022880

Miriam Strunge, jugendpolitische Sprecherin des Landesverbandes: „Personenbezogene Erfassung und Datenaustausch zwischen Schule, Jobcenter und Weiterbildungs-Einrichtungen lehnen wir ab. Außerdem wird mit der JBA öffentliches Geld dafür ausgegeben, den Jugendlichen Geld vorzuenthalten – per Sanktion. Der Senat sollte sich lieber darum kümmern, Ausbildungsplätze zu schaffen und mehr Jugendliche in Ausbildung zu bringen: mit einer Ausbildungsplatzumlage, einer Mindestausbildungsvergütung und mehr außerbetrieblichen Ausbildungsplätzen. Alles andere ist nur eine Luftnummer auf Kosten der Jugendlichen.“

Teile diesen Beitrag:Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+Email this to someone