Wahlerfolg: Linksfraktion deutlich größer, jünger, weiblicher

Nelson, Miri, TimWas für ein Wahlkampf, was für ein Wahlergebnis. Ich staune immer noch, aber jetzt wird es Zeit das Wahlergebnis zu analysieren und den Vertrauensvorschuss in konstruktive linke politisch Arbeit zu übersetzen. Für DIE LINKE ist die Wahl zur Bremischen Bürgerschaft super gelaufen, das ist offenkundig. Mit 9,5 Prozent konnte wir unser Wahlergebnis von 2011 um fast 4 Prozent erhöhen und haben drei neue Mandate hinzugewonnen. Die fünf Abgeordneten der alten Fraktion ziehen komplett wieder ein und hinzu kommen Nelson Janßen, Sofia Leonidakis und ich. Dadurch ist uns eine deutliche Verbreiterung und Verjüngung der Linksfraktion gelungen.

Wenn man sich das Wahlergebnis etwas genauer anschaut, ist auffällig, dass wir überdurchschnittlich in der Altersgruppe 16-24 und 24-35 gewählt wurden und in beiden Gruppen jeweils 12 Prozent erhielten. Ihr bestes Ergebnis erhielt DIE LINKE unter den Erstwähler*innen mit 13 Prozent. Wir konnten in dieser Altersgruppe vor allem hinzugewinnen, weil die linksjugend [’solid] als einzige Jugendorganisation eine Jugendkampagne zur Bürgerschaftswahl initiiert hat, um junge Menschen und Erstwähler*innen für Politik zu interessieren. Außerdem konnte DIE LINKE auch im Wahlkampf junge Kandidat*innen mit Nelson, Sofia, Tim und mir präsentieren. Auch unsere inhaltliche Ansprache die ganz klar auf Armutsbekämpfung zielte und insbesondere Bildung in der Fokus rückte, kam gut an. So konnte DIE LINKE dieses mal auch deutlich Stimmen von den Grünen (rund 4500) und von der SPD (rund 1500) hinzugewinnen. Jedoch gibt es einige Punkte die trotz des guten Wahlergebnisses nicht so rosig sind und zum Nachdenken anregen.

1. Die Wahlbeteiligung hat mit 50,1 Prozent der Negativrekord erreicht. Die soziale Spaltung der Stadt zeigt sich deutlich in der Wahlbeteiligung. Während in Oberneuland 68 Prozent ihr Kreuzchen machten, haben in Tenever nur 32 Prozent der Wahlberechtigten ihr Wahlrecht genutzt. Das heißt auch wir haben rund 500 Stimmen an Nichtwähler*innen verloren, auch wir haben viele Menschen mit unserem Politikangebot nicht dazu bringen können, wählen zu gehen.

2. Gefahr von Rechts- Die Alternative für Deutschland (AfD) und die Bürger in Wut (BiW) konnten sehr deutlich Stimmen hinzugewinnen, sodass die AfD mit vier Abgeordneten und die BiW mit einem Abgeordneten in der Bremischen Bürgerschaft vertreten sein werden. Wir müssen uns ernsthaft Gedanken machen warum rechte Parteien gerade so einen Zulauf haben und wie wir dem auf der Straße und im Parlament kraftvoll entgegenwirken können.

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