Verhandlungen um das Alte Sportamt gescheitert: Selbstverwaltete linke Subkultur läuft in Bremen gegen bürokratische Mauern

„Die gescheiterten Verhandlungen um das Alte Sportamt zeigen: In Bremen gibt es kein ernsthaftes Interesse, selbstverwaltete subkulturelle Räume zu erhalten und derartige Freiräume für alternative Projekte zu fördern. Ich bin sehr enttäuscht, dass der Senat den Nutzer*innen des Alten Sportamtes trotz intensiver Verhandlungen nicht entgegen gekommen ist.

In den letzten vier Jahren haben die Nutzer*innen mit viel persönlichem Engagement ein breites, unkommerzielles Kulturangebot geschaffen, das nun ohne Perspektive da steht. In den letzten sechs Monaten der Besetzung hat das Alte Sportamt eine große Welle der Solidarität erfahren, und auch der Stadtteil steht hinter dem selbstverwalteten Kulturzentrum. Alle wollen das Alte Sportamt, aber die Regierung stellt sich quer“, sagt Miriam Strunge, kulturpolitische Sprecherin der Bremer Linksfraktion.

Seit Jahren bietet der Verein Klapstul ‚kostenfreie‘ Kulturveranstaltungen wie Konzerte, Workshops, Lesungen und Filmabende im Alten Sportamt in Peterswerder an, das sich als geeigneter Ort dafür erwiesen hat. Im Frühjahr 2015 kündigte Immobilien Bremen an, eine weitere Zwischennutzung nur noch diesen Sommer zu gewähren und dann das Gelände für die Lagerung von Sportgeräten zu nutzen. Daraufhin wurde das Alte Sportamt am 2. April diesen Jahres besetzt, um eine dauerhafte mietfreie Nutzung zu erwirken. Es folgten acht Verhandlungsrunden mit Immobilien Bremen und der senatorischen Behörde.

Strunge weiter: „Der Verein Klapstul war immer transparent in seiner Forderung. Von Beginn an war klar, dass eine weitere Zwischennutzung keine Option ist, denn die Nutzer*innen wollten eine langfristige Perspektive statt alle paar Monate um die Zukunft ihres Projekts bangen zu müssen.“ Zwischenzeitlich stand das Angebot eines langfristigen mietfreien Leihvertrags im Raum, das von der Behörde aber wieder zurückgezogen und durch die Aussicht auf eine zweijährige Zwischennutzung ersetzt wurde.

„Wenn eine weitere zweijährige Nutzung möglich ist, warum ist dann eine dauerhafte Nutzung unmöglich? Die baurechtlichen Gründe leuchten als Ausschlusskriterium nicht ein. Wenn der Senat das selbstverwaltete Kulturzentrum erhalten will, dann finden sich unbürokratische Lösungen. Die gescheiterten Verhandlungen zeigen: linke, unkommerzielle, selbstverwaltete Subkultur ist offenbar unerwünscht“, so Miriam Strunge.

Die Linksfraktion erwartet vom Senat, die Möglichkeit eines dauerhaften mietfreien Leihvertrags erneut zu prüfen und dem Verein Klapstul e.V. eine langfristige Perspektive zu eröffnen.

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