Ein Jahr Jugendberufsagentur: Wenig Fortschritte, einige hausgemachte blinde Flecken

FB_IMG_1430980022880„Nach einem Jahr Jugendberufsagentur lautet die Bilanz: Viel bewegt hat sich nicht“, so Miriam Strunge, ausbildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, anlässlich des ersten Jahres ‚JBA in Bremen‘. „Besonders irritieren muss, dass die Verbleibsklärung vieler Jugendlichen, die sich durch die JBA eigentlich verbessern sollte, eher schlechter geworden zu sein scheint. Während in den letzten Jahren üblicherweise zum Ende des 1. Quartals die Zahlen der Bremer Vereinbarungen vorlagen, in denen über die Zahl der neuen Ausbildungsverträge, den Verbleib der Schulabgänger*innen und die Zahl unversorgter Bewerber*innen berichtet wurde, fehlen diese Zahlen für 2016 bisher. Verbindliche Angaben zur aktuellen Größe der Ausbildungslücke konnten auch anlässlich der Jahresbilanz leider nicht gemacht werden. Dem Ziel, höhere und schnellere Transparenz über den Ausbildungsmarkt und die Ausbildungslücke zu schaffen, ist die JBA bislang noch nicht besonders nahe gekommen.“ 

Aus Sicht der LINKEN sind einige der blinden Flecken auf dem Ausbildungsmarkt eindeutig hausgemacht. „So ziehen etwa die Jobcenter bei denen, die sich mit dem Wunsch nach einem Ausbildungsplatz an sie wenden, eine unbekannte Anzahl von Jugendlichen ab, die vom Jobcenter nicht als ‚ausbildungsreif‘ angesehen werden. Wie viele das sind, darüber wird kaum informiert. Mit dem gemeinsamen Antrag der LINKEN, der SPD und der Grünen, der gestern von der Bürgerschaft beschlossen wurde, sind die Jobcenter aufgefordert, hier endlich Transparenz zu schaffen. Damit werden noch keine zusätzlichen Ausbildungsplätze geschaffen; das kann die JBA auch nicht. Klarheit über den vollen Umfang der Ausbildungslücke ist aber notwendig, um einen Diskussionsprozess über die erforderlichen Maßnahmen zu starten, mit denen die Ausbildungslücke geschlossen werden kann. Dazu gehört auch die Debatte über die Einführung einer Ausbildungsumlage für nicht ausbildende Betriebe, nach dem Vorbild der Bundesinitiative von 2004. Im Rahmen der Haushaltsanträge machen wir dazu erste Vorschläge“, so Strunge.

Der gestern in der Bürgerschaft beschlossene Antrag von Grünen, SPD und LINKE ‚Entwicklungen auf dem regionalen Ausbildungsmarkt transparent darstellen‘ findet sich hier: http://www.bremische-buergerschaft.de/drs_abo/2016-05-25_Drs-19-471_8b9b3.pdf.

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